Karl Walter

Vorsitzender der Stiftungsgesellschaft „Förderkreis Bayerisches Haus Odessa e.V.“


Karl Walter war 30 Jahre lang Berufsoffizier der Luftwaffe mit Stabs- und Führungsaufgaben in nationalen und internationalen Verwendungen sowie Studium an der „kanadischen Führungsakademie für höhere Führung“ in Toronto. 1993 ließ sich Walter in den vorgezogenen Ruhestand versetzen, um in der freien Wirtschaft tätig zu werden
 
Mit zehnjähriger Beratertätigkeit in der Ukraine für das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung und das Bayerische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr hat Walter ab April 2000 den Aufbau des Bayerischen Hauses Odessa (BHO) und der Ukrainisch Bayerischen Management-Trainingszentrale (UBMT GmbH) in Odessa, Ukraine nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ federführend gestaltet und in weiteren zehn Jahren als Vorstand des BHO und als Mehrheitsgesellschafter der UBMT gGmbH den Betrieb der beiden Einrichtungen in Selbstbewirtschaftung konsolidiert.


Heute ist das Ziel des Wohltätigkeitsfonds (WTF BHO), den Aufbau einer Zivilgesellschaft zu unterstützen. Die Zentren des Hauses für Sprache, Begegnung, Kultur und Sozialarbeit erfüllen dabei folgende Aufgaben:


- Funktion als Brücke und Vermittler zwischen Ukraine und Deutschland
- Bereitstellung bedarfsgerechter Sozialmaßnahmen für Hilfsbedürftige
- Förderung kultureller Beziehungen zwischen Westeuropa und der Ukraine
- Unterstützung der deutschen Minderheit.


Die UBMT gGmbH unterstützt den Aufbau des klein- und mittelständischen Unternehmertums in der Ukraine, initiiert die Zusammenarbeit zwischen ukrainischen und westeuropäischen Unternehmen und bietet Serviceleistungen an, die zur erfolgreichen Betriebsführung erforderlich sind.


Die operative Führung beider Einrichtungen wird seit 2021 von ukrainischem Führungspersonal erfolgreich wahrgenommen. Walter nimmt die Funktion des Vorsitzenden der Stiftergesellschaft „Förderkreis Bayerisches Haus Odessa e.V.“ wahr.


 
Ukraine Kurzanalyse


Die Deutsche Bank prognostizierte 1991 im Jahr der Unabhängigkeit der Ukraine ein schnelles Wachstum. Trotz günstiger Rahmenbedingungen führten 25 Jahre Unabhängigkeit aber zu politischer und wirtschaftlicher Stagnation. Der Prozess der Privatisierungen führte zu einer Nomenklatura-Demokratie und einer Nomenklatura-Marktwirtschaft mit einer Vereinigung von Recht, Kapital und politischer Macht. Korruption, Ineffizienz der öffentlichen Verwaltung und Handelsbarrieren. Die ausgebliebenen Reformen und Rechtsunsicherheit verhinderten die Entfaltung vorhandener Potentiale und reduzierten die Nutznießung auf wenige Privilegierte.


Das Land mit 41 Millionen Bürgern ist infrastrukturell gut erschlossen, hat aber in allen Lebensbereichen Erneuerungsbedarf. Mit der Präsidentenwahl 2014 und der Wahl des neuen Parlaments haben die ukrainischen Wähler durchwegs nur die EU-orientierten Parteien mit Mehrheiten ausgestattet.

Die Präsidentenwahl am 01.04.2019 beweist, dass auch ein Präsident Poroschenko für das ukrainische Volk den „alten Geschäftstraditionen und Gepflogenheiten“ zu sehr verhaftet war. Man sieht in einem politisch völlig unerfahrenen Schauspieler das geringere Übel.

„Wir wollen europäische Werte leben“, schrieb Jurij Andruchowitsch in einem offen Brief im Zusammenhang mit den im November 2013 entstehenden Aufständen. Diese Einstellung scheint Flächen deckendes Denken geworden zu sein, insbesondere bei der jungen Generation.


Mit Inkrafttreten des EU-Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine am 01. Januar 2016 wurden durch die auferlegte Rechtsanpassung und die Internationalisierung von Gesetzen und Vorschriften die o.a. Hemmnisse reduziert: weniger Korruption, mehr Wettbewerb, weniger Monopole, freies Unternehmertum und positive Verteilungswirkungen sind die messbaren Folgen.

Im internationalen Korruptionsrating ist die Ukraine im Vergleich mit 175 Ländern von Platz 152 in 2010 auf 117 in 2020, im Rating für „Ease of Doing Business“ im Vergleich mit 190 Ländern von Platz 152 in auf Platz 61 in 2020 vorgerückt. Dennoch erscheinen derzeit die weiteren Reformen etwas zögerlich, was zum Teil auf die sicherheitspolitische Lage in der Ukraine zurückzuführen ist.

Am Ende des Ost-Ausschuss-Briefings am 15. Dezember 2021 zog der Ost-Ausschuss-Regionaldirektor Stefan Kägebein das positive Fazit: „Trotz des enormen Drucks durch Russland und innerukrainischer Querelen, etwa um ein neues Oligarchengesetz, steht die Ukraine nach Ansicht der Experten relativ stabil da und kommt zumindest in Teilbereichen auch mit Reformen voran. Die Reserven der Notenbank seien derzeit so groß wie lange nicht, die Corona-Pandemie scheine einigermaßen gemeistert. Lange ausstehende Einspeise-vergütungen für grünen Strom seien weitgehend bezahlt worden. Und auch ein erstes Referenzprojekt mit Beteiligung deutscher Partner zum Bezug von Wasserstoff aus der Westukraine steht in den Startlöchern. Dringend gelöst werden müssten aber Regulierungs- sowie Finanzierungsfragen für ausländische Investoren. Dann – so waren sich die Diskutanten einig – könne die Ukraine ihr enormes Potenzial für erneuerbare Energien ausschöpfen.“

 
Handlungsfelder

Im klein- und mittelständischen Unternehmertum, das in der Vergangenheit kaum Entwicklungschancen hatte, fehlt es an „Know how, Kapital und Vertriebsstrukturen“.


Mit den verbesserten Rahmenbedingungen wirken außerdem die günstigen Herstellungskosten und die Human Resources dynamisierend sowohl auf den Binnenmarkt als auch auf die Exportchancen.


Nicht Subventionen führen zum Erfolg, sondern Investitionen. Partnerschaften im KMU-Bereich versprechen somit sowohl für Westpartner als auch für ukrainische Unternehmer, unter Beachtung lokaler Besonderheiten, schnelle Resultate.
 
Die Schwerpunkte der Wirtschaft liegen in Land-/Forst-/Fischwirtschaft, Maschinenbau, Logistik, Energieeffizienz. Ferner ist eine sehr dynamische IT-Entwicklung erkennbar.

Die Ukraine als östliches Grenzland des EU-Wirtschaftsraumes wird nach einer sicherheitspolitischen Stabilisierung neben seinem wachsenden Binnenmarkt, als geostrategischer Brückenkopf nach Fernost weitere Wachstumspotenziale erwarten lassen.

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