Karl Walter

Leiter des Bayerischen Hauses in Odessa


Karl Walter war 30 Jahre lang Berufsoffizier der Luftwaffe mit Stabs- und Führungstätigkeiten in nationalen und internationalen Verwendungen sowie Studium an der „kanadischen Führungsakademie für höhere Führung“ in Toronto.

 

Seine 16-jährige Beratertätigkeit in der Ukraine für das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung führte unter anderem zum Betrieb des Wohltätigkeitsfonds Bayerisches Haus Odessa (BHO) und dessen Tochterfirma, das Ukrainisch-Bayerische Managementtrainingszentrum (UBMT GmbH) als Sozialbetrieb zur Finanzierung des Wohltätigkeitsfonds.


Die Schwerpunkte seiner Arbeit lagen in den letzten Jahren in Konzeption und Realisierung von flächendeckenden Anti-AIDS-Projekten für die Regionen Odessa, Cherson und Nikolajew mit Ausbildung von 4.000 Lehrern, 22.000 Schülern, 1.500 Ärzten, 1.600 Krankenschwestern und 2.000 SozialarbeiterInnen verbunden mit dem Aufbau von „Anti-AIDS-Clustern“ in o.a. Regionen.

 

Mit dem Managementtrainingszentrum lagen die Schwerpunkte im Wissenstransfer für Führungspersonal der Wirtschaft und Verwaltung in der Region Odessa und liegen jetzt in den Bereichen Wirtschaftsanbahnung, Unterstützung beim Aufbau des klein- und mittelständischen Unternehmertums in der Ukraine sowie Beratung und Unterstützung bei Betriebsgründungen.


Karl Walter sieht mit den neuen politischen Rahmenbedingungen in der Ukraine für deutsche Unternehmer einen Markt mit schnellem und zunehmend stabilem Wachstum.

Ukraine Kurzanalyse

Die Deutsche Bank prognostizierte 1991 im Jahr der Unabhängigkeit der Ukraine ein schnelles Wachstum. Trotz günstiger Rahmenbedingungen führten 25 Jahre Unabhängigkeit aber zu politischer und wirtschaftlicher Stagnation. Der Privatisierungsprozess führte zu einer Nomenklatura Demokratie und einer Nomenklatura Marktwirtschaft mit einer Vereinigung von Recht, Kapital und politischer Macht. Korruption, Ineffizienz der öffentlichen Verwaltung, Handelsbarrieren, ausgebliebene Reformen und Rechtsunsicherheit verhinderten die Entfaltung vorhandener Potentiale und reduzierten die Nutznießung auf wenige Privilegierte.


Das Land mit 47 Millionen Bürgern ist infrastrukturell gut erschlossen, hat aber in allen Lebensbereichen Erneuerungsbedarf. Mit der Präsidentenwahl und der Wahl des neuen Parlaments haben die ukrainischen Wähler durchwegs nur die EU-orientierten Parteien mit Mehrheiten ausgestattet.


Mit dem Inkrafttreten des EU-Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine, am 01.01.2016 werden durch die auferlegte Rechtsanpassung und die Internationalisierung von Gesetzen und Vorschriften die o.a. Hemmnisse abgebaut: Weniger Korruption, mehr Wettbewerb, weniger Monopole, freies Unternehmertum und positive Verteilungswirkungen werden zu einem gesamtgesellschaftlichen Aufschwung führen.

Handlungsfelder

Im klein- und mittelständischen Unternehmertum, das in der Vergangenheit kaum Entwicklungschancen hatte, fehlt es an „Know how, Kapital und Vertriebsstrukturen“.

Mit dem Assoziierungsabkommen werden neben den verbesserten Rahmenbedingungen sowohl der Binnenmarkt als auch die Exportchancen aus der Ukraine durch günstige Herstellungskosten in der Ukraine dynamisierend wirken.

Nicht Subventionen führen zum Erfolg, sondern Investitionen. Partnerschaften im KMU-Bereich versprechen somit sowohl für Westpartner als auch für ukrainische Unternehmer, unter Beachtung lokaler Besonderheiten, schnelle Resultate.

 

Des Weiteren werden Unterstützungsprojekte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Ukraine auf dem Weg nach Europa
- neue Perspektiven für die deutsche
Wirtschaft?

Referat von Karl Walter beim Clubabend OWWF am 20. 09. 2016

25 Jahre nach der Unabhängigkeit sind die Chancen größer als die Risiken.